Besonderheiten des Vereins Rhein-Mainischer Augenärzte e.V.

WAS IST DAS BESONDERE AN DIESER VEREINIGUNG?

Die RMA gibt es schon seit über 100 Jahren. Natürlich nicht in der heutigen Form, aber auch damals diente sie dem wissenschaftlichen und kollegialen Austausch der einzelnen Kliniken. Aber insbesondere auch dem Austausch zwischen Klinikärzten und niedergelassenen augenärztlichen Kollegen. Es handelt sich um eine bundeslandübergreifende Vereinigung zu der Hessen, Rheinland-Pfalz und auch das Saarland gehören. Sie dient auch heute noch dem kollegialen Austausch, der Präsentation eigener Schwerpunkte, dem Kennenlernen neuer Kollegen und vor allen Dingen der Förderung junger Kollegen. Wie zum Beispiel im Rahmen der Förderung der International Ophthalmology Fellowship Foundation (IOFF).

Geschichte

des Vereins Rhein-Mainischer Augenärzte e.V.

Die ursprüngliche Vereinigung hessischer und Hessen-Nassauischer Augenärzte wurde 1913 gegründet. Die ersten Vorstandsmitglieder der Vereinigung waren die Augenärzte Vossius aus Gießen, Bielschowski aus Marburg und Schnaudigel aus Frankfurt. Alle drei auch Mitglieder der schon seit 1863 bestehenden Ophthalmologischen Gesellschaft und damit der ersten augenärztlichen Vereinigung der Welt.



Die Augenheilkunde war zu der damaligen Zeit schon ein selbstständiges und anerkanntes medizinisches Spezialgebiet. Unterstand sie doch bis dahin der chirurgischen Abteilungen. Trotz der bekannten Augenärzte Vossius, Bielschowsky, Schnaudigel oder auch Pagenstecher (Wiesbaden), gab es keine offizielle Vereinigung, die zu einem regelmäßigen Gedankenaustausch hätte dienen können. Die Klinikleitungen trafen sich zumindest einmal im Jahr in Heidelberg zur Tagung der Ophthalmologischen Gesellschaft, jedoch waren niedergelassene Augenärzte dort seltener anzutreffen.

In der Gründungsversammlung am 19. Februar 1913 berichtet Dr. A. Ollendorf aus Darmstadt (Schriftführer der Vereinigung), dass 60 Mitglieder der Vereinigung beigetreten seien. Es wurde beschlossen die Versammlung der Vereinigung zweimal pro Jahr stattfinden zu lassen und zwar abwechselnd in Gießen Marburg, Frankfurt, Darmstadt, Mainz und Wiesbaden.

„§1 die Vereinigung, Hessischer und Hessen-Nassauischer Augenärzte bezweckt die Pflege der ophthalmologischen Wissenschaft durch Vorträge und Diskussionen, sowie die Förderung der kollegialen Beziehungen unter den Mitgliedern.“


Auch damals schon wurden über die wirtschaftlichen Interessen der Augenärzte diskutiert. So beantragte Herr Lukanus aus Hanau zum Beispiel 1914: „die Vereinigung möge auch die wirtschaftlichen Interessen der Augenärzte gegenüber den Krankenkassen vertreten in dem Sinne, dass eine erhöhte Honorierung der Augenärzte erzielt werde.“ Der Ausbruch des ersten Weltkrieges legte die Aktivitäten der Vereinigungen vorläufig lahm, was einen schmerzhaften Verlust für die junge ophthalmologischen Wissenschaft darstellte.

Da viele der Mitglieder der Vereinigungen als Soldaten oder Ärzte im Krieg an der Front eingesetzt waren, fand erst am 30. Oktober 2021 die nächste Versammlung statt.

Insgesamt konnte die deutsche Augenheilkunde am Ende des Jahrzehnts in allen Bereichen, vor allem aber in der Grundlagenforschung auf enorme Leistungen zurückschauen und dies trotz der gesellschaftlichen und politischen Spannungen der Weimarer Republik. Diese erfreulichen Ergebnisse wurden jedoch durch die 1932 immer stärker werdendere NSDAP jäh unterbrochen. Durch die neuen Gesetze kam es zum Verlust von so engagierten Mitgliedern wie die in Frankfurt habilitierten Augenärzte, Ernst Ludwig Metzger und Josef Igersheimer, die sich in vielen Versammlungen mit interessanten Beiträgen eingebracht hatten. 1933 wurde beiden wegen ihrer Abstammung, die Venia legendi entzogen, und ihnen blieb nur die Emigration.

1933 traten auch die Augenärzte aus dem Saargebiet, Nordbaden und der Rheinpfalz bei. Auch Prof. Wegner, Direktor der Freiburger Universitätsaugenklinik trat der Vereinigung bei. Und so wurde sie am 29.10.1933 in die Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte umbenannt.

Durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges konnte 1939 und 40 keine Tagung stattfinden. Zur Tagung 1941 waren immerhin 55 Mitglieder anwesend. 1943 fand sogar eine Tagung in Frankfurt trotz nächtlicher Fliegerangriffe statt. Allerdings wurde zu Beginn der Tagung sicherheitshalber auf die nächstgelegenen Luftschutzräume hingewiesen.
1944 wurden sowohl die Marburger Universitätsklinik als auch die Augenklinik in Saarbrücken durch Luftangriffe völlig zerstört, so dass hier keine Tagungen mehr stattfinden konnten. Erst 1958 fand dann nach dem vollendeten Neubau der Marburger Augenklinik hier wieder eine Tagung statt. Seit 1959 wurden auch sogenannte Einführungskurs mit praktischen Übungen abgehalten zu den Themen Tonographie, Applanationstonometrie und Gonioskopie, die sich vor allem bei den niedergelassenen Mitgliedern großer Beliebtheit erfreuten.

1960 fand die Versammlung wieder in Frankfurt statt und war verbunden mit der offiziellen 50 Jahr-Feier der Universitätsaugenklinik Frankfurt am Main.